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Berlin Marathon
30.09.2012

Wie läuft man mit wenigen Trainingskilometern einen Marathon, könnte die Überschrift zu diesem Lauf lauten. Nach dem Davos-Marathon, bei dem ich in diesem Jahr meinen Trainingshöhepunkt erreicht hatte, war ich 3 Wochen später beim Allgäu Marathon. Der war aber auf den letzten 20 Kilometern eher ein Hitzemarsch als ein Lauf. Danach war ich krank und konnte 14 Tage gar nicht richtig trainieren. Nach der Krankheit wollte ich es nicht übertreiben und habe keinen langen Vorbereitungslauf mehr absolviert. Der längste Lauf waren 24 Kilometer. Mit diesem Bewusstsein ging ich also an den Start und versuchte gleich von Anfang an, mich nicht vom Tempo des Feldes anstecken zu lassen. Dies gelang mir eigentlich ganz gut und so konnte ich bis zum Kilometer 25 einen 5:20 min Schnitt laufen. Nachdem ich meine Verpflegung aufgenommen hatte, ich aß drei Kekse und bekam eine Cola gereicht, musste ich das Tempo zurück nehmen, da sich die ersten Ausdauerprobleme einstellten. Ich hatte aber noch eine Zeit unter 4 Stunden im Blick. Bei Kilometer 35 musste ich dieses Ziel allerdings aufgeben, denn selbst dieses Tempo war nicht mehr zu halten. Ich hörte auf meinen Körper, der mir klar signalisierte, dass es nicht schneller gehen sollte. So wurde ich immer langsamer, hielt aber nicht an, damit ich nicht das letzte Stück wandern musste, denn gewandert war ich ja beim letzten Mal genug. So trabte ich so vor mich hin und genoss einfach die Strecke, die Aussicht, die Zuschauer. Nach 4 Stunden 6 Minuten und 31 Sekunden hatte ich die Ziellinie überquert, nur knapp an der 4 Stundenmarke vorbei. Es waren einschließlich dieses Laufes und den beiden vorangegangenen Marathon wahrlich nur 568 gelaufene Kilometer und dafür ein gutes Ergebnis. Die Stimmung an der Strecke war einfach super wie immer und das Wetter war einfach genau richtig mit 18 Grad im Schatten und Sonne. Der schlimmste Teil der Strecke sollte aber erst nach dem Überqueren der Ziellinie kommen. Es begann gleich der Stau wie im Vorjahr. Die Auslauffläche, ein schmaler Schlauch, durch den sich alle durchzwängen mussten. Bis zur Medaille waren schon die ersten umgefallen oder hatten sich übergeben. Dann gab es die Tüten zum Umhängen und erst danach ging es um die Ecke und man konnte wieder normal gehen, ohne im Stau zu stecken. Gefühlt waren es Stunden, gebraucht habe ich vielleicht 5 Minuten. Das Fatale dabei ist, man wird aus vollem Lauf auf null gestoppt und in eine Menschenmasse gezwängt, aus der es kein Entrinnen gibt. Wenn man mit hohem Tempo ankommt, kann es schnell zum Totalausfall kommen. Da ich ja eigentlich ins Ziel getrudelt kam, war es für mich kein Problem. Für viele Läufer war es aber eine starke Belastung, mit der auch die meisten gar nicht gerechnet hatten. Es ist einfach ein übler organisatorischer Fehler, der hier begangen wird. Der Veranstalter hat nicht aus den Fehlern des Vorjahres gelernt, das ist traurig und die Sportler müssen es ausbaden.

Am Start war von über 40000 Startern die Rede, das ist ja dann wohl eine schamlose Übertreibung, aber wer prüft das schon nach.

Ergebnisstatistik:

Im Ziel angekommen:

Männer 26.450 Frauen 7.898 zusammen 34.348 im Ziel meine Platzierung davon16.138

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