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Dresden Marathon
24.10.2004

Früh um fünf habe ich mich von Berlin mit dem Zug auf den Weg begeben. Um 8 Uhr war der Zug in Dresden und bis zur Startnummerausgabe war es nur ein Katzensprung mit Berliner Verhältnissen gerechnet. Der Wetterbericht hatte schönes Wetter vorhergesagt, allen Normalitäten Ende Oktober zum Trotz, sollte es 25 Grad warm werden. Die Wartezeit bis zum Start gestaltete sich kurzweilig. Von einem Platz auf einer Treppe konnte man das bunte Treiben beobachten. Gleichzeitig hielt der Blick auf die Elbe und in der Ferne der Zwinger so manches Bild im Gehirn fest. Direkt vor der Treppe waren Toilettenhäuschen aufgebaut. Es war ein reges ein und aus in diesen Häuschen. Wer schon einmal auf solch einem Chemieklo war, kann sich ungefähr vorstellen, wie sich die Läufer so fühlen mussten, nachdem sie geleert herauskamen. An der Seite war aber auch, nicht für jeden leicht zu finden, eine mobile Wassertoilette aufgebaut, welche ich dann, ob der Erfahrung mit Chemieklos, aufgesucht habe. Nun 10 vor 10 machte ich mich auf den Weg zum Start. Die Temperaturen waren schon beträchtlich und ließen für den Tag noch besseres erwarten. Irgendwo in der Mitte habe ich mich dann eingereiht und dann ging es auch schon los. Der Sprecher erzählte kurz vor dem Start noch was von Teilnehmerrekord und 5.500 Läufern, davon 1.500 für den Marathon. Eigentlich wollte ich vor 6 Wochen nur den Halbmarathon laufen, was hatte mich nur geritten doppelt so weit zu laufen. So ging es über die ersten Kilometer zum Warmlaufen. Das klappte alles hervorragend, vorbei an den Sehenswürdigkeiten Dresdens, über die Elbe rüber und nüber. Während der ersten 20 Kilometer lief alles bestens.

Halbzeit

Ich spürte aber, dass mein Kreislauf sich langsam meldete, so wie er dies immer bei großer Laufhitze tut. Bis Kilometer 25 lief es hervorragend und dann wurde mein Kopf immer heißer, trotz ständiger Wasserspülung, und die Temperaturen immer wärmer. Der meiste Teil der Strecke verlief in der Sonne und bei Windstille müssen es an die 30 Grad gewesen sein. Tödlich für mich, denn ich kann Hitze nicht vertragen und mein Körper wollte somit auch eine Erholung haben. Die erkämpfte er sich indem er den Kreislauf aus den Bahnen warf und mich somit zu einer Gehpause zwang. So ging ich bei Kilometer 30 ruhig und gelassen durch den Verpflegungspunkt, welche im Übrigen über den ganzen Lauf hin hervorragend war. Wer schon einmal einen Marathon gelaufen ist, kann nun erahnen wie schwer es war danach wieder in Trapp zu kommen. Irgendwie ging es und es waren ja auch noch 12 Kilometer bis zum Ziel. Bei Kilometer 35 wieder eine Rast. Cola, Banane, Wasser, Trinkflasche auffüllen und weiter. Getränke gab es auch noch bei Kilometer 40 und dann ging es am Elbufer in praller Hitze, noch mal über die Elbe rüber und dann mit wehenden Fahnen und trotz aller Schwierigkeiten gesund und glücklich ins Ziel. Bei 3 Stunden 49 Minuten und 20 Minuten später als geplant. Fazit müsste nun sein, dass ich den nächsten Marathon im Winter laufen muss, damit ich nicht wieder von der Hitze überrascht werden kann.

Oder überhaupt noch einmal Marathon? Aber ich weiß ja wie das ist. Kurz nach dem Lauf sagt man nie wieder. Am nächsten Tag vielleicht doch. Und am dritten Tag überlegt man, wann der nächste Marathon starten kann. Und wenn die Entscheidungsfindung nicht so schnell von Statten geht, dann spätestens nach ein paar Monaten, wenn die Laufplanung wieder im vollen Gange ist.

Nach dem Lauf konnte man, begünstigt durch die Wärme, auf der Wiese sitzen und ausruhen. Dann ging es in Ruhe durch Dresden schauend zum Bahnhof zurück, um von dort die Heimfahrt mit der Bahn in Angriff zu nehmen. So ging um 9 Uhr abends ein erlebnisreicher und schöner Tag mit neuen Erkenntnissen rund um Dresden und das Laufen zu Ende.

Teilnehmer 972
meine Platzierung 393
Zeit 03:49:24

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