2022

2022

Die Weitere Entdeckung der Langsamkeit

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Wir schreiben das Jahr 2022, es ist 12 Jahre her, dass ich die Langsamkeit entdeckt habe und ich muss jetzt endlich mal die Weiterentwicklung beschreiben. An der Grundeinstellung hat sich ganz und gar nichts geändert. Meine aufgezeichneten Gedanken, haben sich zu einer Lebenseinstellung entwickelt. Ich habe das wirklich verinnerlicht und frage mich oft, was notwendig ist und was eben nicht. Und doch habe ich mit dem Start beim Zermatt Halbmarathon im Juli 2022 eine weitere Erkenntnis gewonnen, denn die Langsamkeit ist nicht nur in Fleisch und Blut übergegangen, sie hat sich auch weiter verlangsamt. Mit Angie habe ich diesen tollen Lauf in einer wirklich angenehmen, manche würden sagen, langsamen Zeit absolviert. Ich habe Bilder und Videos gemacht und habe wirklich alles genossen. Das war einfach wunderbar. Es war wie der Lauf im Paradies. Der blaue Himmel, die tolle Stimmung, die göttliche Umgebung, es war wirklich ein ganz tolles Erlebnis, was man aber in der Form nur so erleben kann, wenn man eben nicht ein hohes Tempo läuft und über die Strecke fliegt. Da hat man dann kein Auge für die Schönheit, sondern ist nur auf die schnelle Zeit fixiert und will abliefern. Aber wir haben das genossen und im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass sich diese Ruhe auch schon im Training so entwickelt hat. Alles mit Ruhe und bedacht zu machen und sich einfach in die Sache fallen lassen und genießen. Auch im Alltag verinnerlicht sich das, denn es regen einen die Staus auf der Autobahn nicht mehr auf, die Drängler lässt man einfach durch und man geht den Tag mit Ruhe und Bedacht und ohne Stress an. Manchmal ist diese Ruhe schon fast unheimlich, wenn man bedenkt, wie man früher durchs Leben gehastet ist. Natürlich hat auch meine Erfahrung mit dem Stent, den ich 2016 bekam dazu einiges beigetragen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie schwer es mir fiel, aus dem Laufsport auszusteigen, nicht weil ich wollte, sondern weil ich musste. Und diese Erfahrung hat mein Leben um ein Vielfaches entschleunigt. Man sagt ja, jede Krankheit eine Botschaft und ich habe sie verstanden. „Mach langsam Junge und genieße Dein Leben.“ So soll es sein. Das Leben hat sich in diesen 12 Jahren komplett geändert, im Innen wie im Außen und jeder Tag ist für uns eine neue Herausforderung. Mit Ruhe und Kraft, kommt man gut durch jede Zeit. Also Leute lasst euch nicht verrückt machen und lebt Euer Leben und das in der Langsamkeit, es wird euch guttun. Und denkt immer daran: „Lächle und die Welt lächelt zurück“. 

 2010

Die Entdeckung der Langsamkeit

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Die Entdeckung der Langsamkeit hat sich in den letzten Jahren manifestiert. Ein altes Sprichwort sagt: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Da ist wirklich etwas Wahres dran. Aber warum finden die Menschen erst oftmals im Alter heraus, dass da etwas dran ist. Und was heißt hier Alter. Ich hab es eben mit 40 gefunden. Komisch ist, dass es sich vor allem mit dem Laufen entwickelt hat. Ich habe vor 3 Jahren begonnen, im Jahr mehrere Marathons zu laufen und das geht natürlich nicht mit einem hohen Tempo, wenn es gesund sein soll. Der Mensch ist ja zum Laufen geboren, ja voll so konstruiert, dass er besonders weit und lange laufen kann. Nur macht er es nicht. Er fährt mit dem Auto, Bus, Bahn, Fahrrad. Wer weiß was alles, nur um nicht laufen zu müssen, denn das ist ja so anstrengend. Dabei ist es so schön zu laufen, sich durch die Gegend treiben zu lassen, durch Städte und Dörfer, über Feldwege, durch Wälder und natürlich auch über Berge. Egal, wo man laufen will, man kann es einfach tun. Man braucht nicht viel dazu. Man braucht vor allem eines, den Willen es zu tun und den haben viele Menschen nicht. Egal, es geht mir jetzt darum, die Langsamkeit zu ergründen. So hatte ich mir also vorgenommen, mehrere Marathons im Jahr zu absolvieren. Dazu musste das Training umgestellt werden. Ich laufe heute lieber lange Trainingsläufe, aber dafür nicht so oft in der Woche. Und jeder Marathon ist gleichzeitig auch Training für den nächsten. Wenn man versucht, die ganze Strecke im aeroben Bereich zu laufen, kann das gelingen. Es kommt aber vor allem auf den gesamten Trainingszustand an. So habe ich mich daran gewöhnt, nicht so schnell zu laufen. Da kann dann ein Marathon auch mal über 4 Stunden dauern, dann ist es gewiss ein guter Trainingslauf gewesen. Nun hat sich die Herangehensweise auch auf mein weiteres Leben übertragen. Ich will nicht mehr alles auf einmal schaffen. Ich sage auch mal einen Termin ab oder verlege ihn nach hinten. Ich versuche den Stress aus meinem Tagesablauf zu nehmen. Ich nehme mir Zeit für mich und überdenke des Öfteren meine Abläufe. Und siehe da ich bin ruhiger geworden. Ist es nun das Alter oder nicht. Ich habe die Langsamkeit entdeckt. Ich sitze einfach so da und lasse alles auf mich wirken. Ich schaue mir an, was um mich herum geschieht. Doch bewerte ich es nicht ernsthaft. Ich lasse es einfach so sein wie es ist. Aber ich ertappe mich immer öfter dabei, dass ich nachdenke, ob es nun wichtig ist „dies“ zu tun oder nicht. Nun soll man auch nicht oberflächlich werden, nein. Doch darum geht es eigentlich auch nicht. Wie lange hat unsere Welt gebraucht, so zu sein, wie sie heute ist. Und wie schnell haben es die Menschen verstanden, sie zu zerstören. Doch macht sich die Welt darüber keine Gedanken. Und wenn sie die Menschen überlebt hat, und davon ist auszugehen, dann wird sie einfach alles von selbst regulieren. Es ist ihr egal, was passiert. Langsam aber stetig wird sich alles verändern, ja es verändert sich auch in jedem Moment, in dem wir leben. Atome fügen sich zu neuen Anordnungen zusammen. Wenn die Materie sich irgendwann für uns lebensfremd verändert hat, dann wird sie trotzdem weiter existieren. Egal ob das alles Millionen Jahre dauert oder nicht. Alle unsere nutzlosen Taten werden irgendwann untergehen. Was heute für so viele Menschen so wichtig ist, ist eigentlich völlig unwichtig. Das Geld, die Steuererklärung, das Auto, das Haus, Gesetze und Verordnungen. Nichts wird davon eines Tages sein. Niemand wird danach fragen, ob der eine Nachbar ein tolleres Auto hatte, als der Andere. Aber die Natur wird sein. Steine liegen schon eine Ewigkeit herum, sie haben einen anderen Zeitrhythmus. Sie existieren viele Millionen Jahre. Sie liegen einfach nur da und irgendwann liegen sie dort. Und die Menschen hasten durch den Tag, die Woche, das Jahr. Vielleicht weil sie spüren, dass sie nicht so viel Zeit haben. Doch das ist das Leben. Das habe ich alles durch die Entdeckung der Langsamkeit begriffen. Wie soll man sich aber diesem System aus Gesetzen und Verordnungen entziehen? Wie soll man die Steuern, Beiträge, Abgaben aushebeln. Nein, das geht nicht. Wir können uns nur immer wieder fragen, wie viel wir wirklich zum Leben brauchen und welche Kosten wir uns eigentlich schenken können. So können wir uns von einem Teil der Last und so auch von der Hast befreien. Wenn wir das schaffen, werden wir der Langsamkeit ein Stück näherkommen. Denn wenn das Hasten eingeschränkt wird, wird gleichzeitig ein neues Zeitfenster geöffnet, welches uns erlaubt diese neue Zeit für andere, lebenswerte Dinge zu verwenden. So finden wir den Weg zu einem neuen Leben, einen Weg zu uns selbst. Doch ist zu beobachten, dass nicht einmal Rentner Zeit haben. Auch die hasten durchs Leben. Muss das sein? Sind es vorgegebene Muster, die einfach befolgt werden müssen? Es liegt wohl eher daran, dass sich die Menschen zu wenig Gedanken darüber machen, was in dem Moment wichtig ist und was nicht. Sie sind so in ihrem Trott, dass sie gar nicht merken, dass sie damit ihre gesamte Lebenszeit verschwenden. Sie wissen gar nicht warum sie auf der Welt sind, sie meinen es nur zu wissen, und trotzdem sind sie immer im Stress. Sie laufen immer mit der Herde mit. So war es immer und so soll es sein. Menschen brauchen Veränderungen, sie müssen über ihr Leben nachdenken. Sie müssen ihr Leben in die Hand nehmen und sich nicht zu sehr von der vorgegaukelten Fernsehwelt beeinflussen lassen. Sie alle müssen die Langsamkeit entdecken und damit auch die wichtigen und unwichtigen Dinge des Lebens unterscheiden lernen. Das wird in keiner Schule vermittelt, in keiner herkömmlichen Schule jedenfalls. Höchstens auf einer Shaolin-Mönch-Schule. Ganz entziehen können wir uns dem System nie, denn wir brauchen Nahrung, Kleidung und ein Dach über den Kopf und für diese Grundversorgung müssen wir alle etwas tun. Und trotzdem ist die Entdeckung der Langsamkeit eine tolle Sache. Sie lässt auf die Dinge des Lebens ein ganz neues Licht scheinen. Also werde ich weiterlaufen und die Langsamkeit kann auf mich wirken, viele Entdeckungen sind noch zu machen.  

2001

Leben ohne Langsamkeit

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Wie war das bis 2001 mit der Langsamkeit? Es gab sie und es gab sie nicht. Mit Anfang 30 rennt man durch Leben. Bis 2001 habe ich so viel erlebt und kann mich kaum an etwas erinnern, denn man schaut nicht nach rechts und links, man rennt, man funktioniert. 1994 bin ich so schwer umgeknickt, dass ich erstmal nicht mehr zur Arbeit gehen konnte. Kurze Zeit später bin ich schon wieder weiter gehastet. Kurz vor Weihnachten 1998 eine neue Erfahrung. Ich lag auf einmal im Krankenhaus auf der Intensivstation mit einer schweren Blinddarmentzündung. Doch kaum zurück im Leben, ging das Rennen weiter. Dann der nächste Schlag. Im September 2001, eine Woche vorm Berlin Marathon, hatte ich einen schweren Unfall mit einer Straßenbahn, im Stress hatte ich sie beim Wenden übersehen. Jedes Mal wurde ich zur Ruhe gezwungen und auch zum Nachdenken. Wie viele Zeichen braucht ein Mensch um zu Erkennen, dass in der Ruhe die Kraft liegt? Jede Krankheit eine Botschaft, das sollte man immer Bedenken.




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