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Richtung Potsdamer Platz

Berlin Marathon
25.09.2011

Meinen 11. Berlin Marathon konnte ich ganz im Gegensatz zum letzten Jahr, bei herrlichem Laufwetter absolvieren. Nach dem Startschuss um 9 Uhr ging dann auch gleich die Post ab, ich habe auf den ersten Kilometern die noch kühle Morgenluft genutzt und ein ordentliches Tempo vorgelegt. Mir war allerdings da schon klar, dass es zum Ende hin langsamer werden würde. Bis zum KM 25 war ich noch gut unterwegs und dann erreichte ich meine erste persönliche Futterstelle. Hier wurde ich mit einem Becher Cola und Keksen versorgt. Die Cola war natürlich gleich weg, die Kekse quälte ich mir widerwillig beim Laufen rein und nach einem Kilometer konnte ich auch die angenehme Wirkung spüren. Das hielt aber nur 5 Kilometer, dann musste ich mit einem Red Bull Shot, den ich mir mitgenommen hatte, bei KM 32 nachlegen. Diese Wirkung setzte sich auch gleich durch, doch bei KM 38 war ich froh meine 2. Futterstelle zu erreichen. Hier gab es noch einen Becher Cola und einen Keks. Auf den letzten 10 Kilometern setzte sich auch langsam die Tageshitze durch und ich hielt immer munter mit Wasser dagegen. Nach 3 Stunden und 49 Minuten erreichte ich das Ziel und dann kam der Schock. Kurz nach dem Ziel kam die ganze Läufermasse zum Stehen. Wir standen zusammengedrängt wie Vieh, was zum Schlachten gebracht werden sollte vor den Medaillenausteilern. Es ging nur langsam vor und nicht zurück und auch nicht zur Seite. Es gab kein Wasser, sondern nur Sonne von oben. Alle wollten eigentlich hier nur noch weg, es ging aber nicht. Am Rand standen oder lagen die Läufer, die das gar nicht vertragen konnten. „Sie hatten es zur Schlachtbank nicht mehr geschafft, sie waren vorher verendet.“ Das war das reinste Chaos und eine Zumutung des Veranstalters, der hier leichtfertig mit der Gesundheit der Läufer gespielt hat. Nachdem ich das überstanden hatte, stürzte ich mich auf die Getränkestände und machte mich dann auf und davon zum Auto. Die Stimmung an der Strecke war wieder super, so wie man es vom Berlin Marathon kennt. Die Verpflegung war auch in Ordnung. Es gab ausreichend Wasser, Tee, Obst und auch Energiegels, die ich ja nicht esse, deshalb die Kekse. Nur Cola gibt es nicht und das wäre bei der großen Hitze angebracht. Aber die wird es wohl dort nie geben.

Es war der 38. Berlin Marathon. Angefangen hat alles 1974 mit 286 Läufern. Damals kostete die Startgebühr 12 DM. Ich habe meinen ersten Berlin Marathon im Jahr 1996 gelaufen, dort waren es 16643 Teilnehmer. Die Startgebühr war moderat. Heute laufen 40000 Läufer mit und die Gebühr kostet 100,00 Euro. Dafür bekommt man nicht einmal ein T Shirt, das muss man extra bestellen und bezahlen. Auch ist auffällig, dass die Kommerzialisierung des Laufes immer weiter voran schreitet. Die Marathon Messe platzt aus allen Nähten und man wird genötigt an allen Ständen vorbei zu laufen, bevor man seine Startnummer abholen kann. Auch das ist eine Zumutung. Hier sieht man, wie sich die Industrie auf die zahlungswilligen Läufer stürzt und immer neue Produkte auf den Markt bringt. Und dieser Markt ist riesig. Stelle man sich vor jeder Läufer gibt im Jahr rund 500 Euro für das Laufen aus, das wären bei 40000 Läufern schon 20. Millionen Euro Umsatz und ob das bei 500 Euro bleibt ist fraglich. Betrachtet man dann die vielen Läufer weltweit wird klar, warum sich das alles so entwickelt hat. Hier wird richtig Geld verdient. Das merkt man eben leider vor allem bei den großen Stadtläufen. Berlin ist nur wegen seiner tollen Stimmung ein Muss, alles andere kann man vergessen. 
Teilnehmer 35000
meine Platzierung 9939
Zeit 03:49:30

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